19. Juli 2026

Microsoft macht Passkeys zum Standard – Warum Unternehmen jetzt handeln sollten

Microsoft läutet das Ende von Passwörtern ein

Die Zukunft der Unternehmensanmeldung hat begonnen. Microsoft hat angekündigt, dass Passkeys künftig die Standard-Authentifizierungsmethode in Microsoft Entra ID werden. Gleichzeitig werden klassische Verfahren wie SMS-TAN oder telefonische Bestätigung schrittweise auslaufen. Für Unternehmen bedeutet das einen grundlegenden Wandel in der Art, wie Benutzer auf Anwendungen, Daten und IT-Systeme zugreifen.

Lange Zeit galten komplexe Passwörter und Multi-Faktor-Authentifizierung als Goldstandard. Die Realität zeigt jedoch ein anderes Bild. Phishing-Angriffe werden immer professioneller, Angreifer nutzen künstliche Intelligenz zur Erstellung täuschend echter Login-Seiten und selbst MFA-Codes per SMS können abgefangen oder durch Social Engineering missbraucht werden.

Microsoft reagiert auf diese Entwicklung konsequent und macht Passkeys zur bevorzugten Anmeldung für Entra ID. Damit wird eine Technologie zum Standard, die Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit erstmals miteinander verbindet.

Was sind Passkeys?

Ein Passkey ersetzt das klassische Passwort vollständig. Statt eines geheimen Kennworts wird ein kryptografisches Schlüsselpaar verwendet. Der private Schlüssel verbleibt sicher auf dem Gerät des Benutzers oder auf einem Hardware-Token, während der öffentliche Schlüssel beim jeweiligen Dienst gespeichert wird.

Dadurch können Angreifer kein Passwort stehlen, erraten oder durch Phishing abfangen. Selbst wenn Benutzer auf einer gefälschten Webseite landen, funktioniert der Passkey dort nicht.

Für Anwender wird die Anmeldung gleichzeitig einfacher. Statt Passwörter einzugeben genügt beispielsweise:

  • Fingerabdruck
  • Gesichtserkennung
  • PIN
  • Sicherheitsschlüssel nach FIDO2-Standard

Warum Microsoft diesen Schritt geht

Die Anzahl identitätsbasierter Angriffe steigt seit Jahren kontinuierlich an. Während früher Schadsoftware und Viren im Mittelpunkt standen, zielen moderne Angreifer heute direkt auf Benutzerkonten.

Wird ein Entra-ID-Konto kompromittiert, erhalten Angreifer häufig Zugriff auf:

  • Microsoft 365
  • SharePoint
  • Teams
  • OneDrive
  • Azure-Ressourcen
  • Unternehmensanwendungen

Microsoft bezeichnet Passkeys deshalb als „phishing-resistente Authentifizierung“ und empfiehlt Unternehmen ausdrücklich den schnellen Umstieg. Gleichzeitig werden Nutzer, die bisher SMS oder Voice MFA verwenden, künftig automatisch zur Registrierung von Passkeys aufgefordert.

Die Herausforderung für Unternehmen

Der Umstieg auf Passkeys ist technisch einfach, organisatorisch jedoch anspruchsvoll.

Viele Unternehmen fragen sich:

Was passiert bei verlorenen Smartphones?

Wie authentifizieren sich Mitarbeiter an gemeinsam genutzten Arbeitsplätzen?

Wie können Administratoren Notfallzugänge absichern?

Wie erhalten externe Dienstleister sicheren Zugriff?

Genau hier zeigt sich, dass reine Smartphone-basierte Passkeys nicht immer die optimale Lösung darstellen.

Hardware-Token gewinnen massiv an Bedeutung

Mit der Einführung von Passkeys erlebt der FIDO2-Sicherheitsschlüssel eine Renaissance.

Hardware-Token bieten entscheidende Vorteile:

  • unabhängig vom Smartphone
  • ideal für Shared Workstations
  • hohe Akzeptanz in regulierten Umgebungen
  • besonders geeignet für Behörden, KRITIS und Industrie
  • einfache Nutzung an Windows-, Linux- und Chromebook-Systemen

Unternehmen erhalten damit eine sichere und kontrollierbare Authentifizierungslösung, die auch bei Gerätewechseln oder Verlusten zuverlässig funktioniert.

GoTrust IdemKey und Microsoft Entra ID

Der GoTrust IdemKey unterstützt moderne FIDO2- und Passkey-Verfahren und eignet sich hervorragend für den Einsatz in Microsoft Entra ID Umgebungen.

Besonders interessant ist dabei die Kombination aus:

  • Microsoft Entra ID
  • Passkey-Authentifizierung
  • GoTrust IdemKey
  • ID Austria
  • weiteren FIDO2-kompatiblen Diensten

Anwender benötigen dadurch nur noch einen einzigen Sicherheitsschlüssel für zahlreiche Anwendungen und Identitätssysteme.

Passkeys allein reichen nicht aus

Eine starke Authentifizierung ist nur ein Teil der Sicherheitsstrategie.

Auch nach erfolgreicher Anmeldung stellt sich die Frage:

Wie gelangen Benutzer sicher zu den eigentlichen Anwendungen?

Viele Unternehmen setzen hier noch auf klassische VPN-Lösungen, die komplette Netzwerkzugriffe ermöglichen.

Ein moderner Ansatz besteht darin, Anwendungen direkt und kontrolliert bereitzustellen.

Mit Kyvion Secure Access können Unternehmen interne Anwendungen sicher über den Browser veröffentlichen, ohne VPN-Clients und ohne eingehende Firewall-Freigaben. In Verbindung mit Microsoft Entra ID und Passkeys entsteht eine moderne Zero-Trust-Architektur, bei der Benutzer nur auf die Anwendungen zugreifen können, die sie tatsächlich benötigen.

Fazit

Microsofts Entscheidung markiert einen historischen Wendepunkt in der Unternehmens-IT. Passwörter verlieren ihre Bedeutung, Passkeys werden zum neuen Standard.

Unternehmen sollten die verbleibende Zeit nutzen, um ihre Identitätsstrategie zu überdenken und frühzeitig auf phishing-resistente Verfahren umzustellen. Wer jetzt in Passkeys, FIDO2-Sicherheitsschlüssel und moderne Zugriffskonzepte investiert, erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern verbessert gleichzeitig die Benutzerfreundlichkeit.

Die Zukunft der Anmeldung ist passwortlos. Microsoft hat den Startschuss gegeben. Jetzt sind die Unternehmen am Zug.

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